Nachlese zur Frankfurter Buchmesse, dem BuCon und einem Rhöner Ausklang

Damit bin ich spät dran, aber wer mich kennt, hätte sicherlich auch nichts anderes erwartet ;).
Dafür nehme ich mir aber die Zeit und den Raum, etwas ausführlicher und mit privater Note zu berichten.

Mittlerweile mache ich ja kein großes Geheimnis mehr daraus, dass mir eine soziale Angststörung im Nacken sitzt und ich folglich immer mit mir hadere, auf derartige Veranstaltungen zu gehen, da ich sie meist doch nicht genießen kann und es für mich sogar eher kräftezehrenden Zerreißproben gleichkommt während derer es mein einziger Wunsch ist, im Hintergrund unauffällig transparent zu werden …

Trotzdem hatte ich für dieses Jahr nicht nur den BuCon, sondern auch die Messe auf meiner Agenda.
Und anstrengend war es – zweifellos. Aber auch warmherzig, spannend und lustig, sodass ich gut durch den Tag gekommen und glücklich bin, es mal wieder gewagt und die Chance ergriffen zu haben, mit ganz wunderbaren und interessanten Freunden und Menschen in direkten Kontakt zu kommen.

Der Tag begann für mich mit einem Treffen meiner lieben Lektorin vom Thienemann Verlag, mit der ich zuletzt Christian von Asters düsterschönes SIEBEN ARTEN DUNKELHEIT eingekleidet habe.

Unwissenderweise hatten wir uns auf das Zeitfenster verabredet, als Sebastian Meschenmoser Signierstunde zu seiner phantastisch illustrierten Schmuckausgabe von Michael Endes DIE UNENDLICHE GESCHICHTE hatte. Und die Resonanz beim Publikum war nicht nur berechtigt, sondern völlig beispiellos. Es gab über eine Stunde lang fast kein Vor und Zurück. Die Menschentraube rund um die große Thienemann-Insel ließ die Temperatur sprunghaft um 5-8°C steigen und die Exemplare des Prachtbandes gingen schneller weg als neue heran gekarrt werden konnten.

Dennoch fanden wir inmitten des beständigen Trubels anderthalb Quadratmeter und sogar zwei Sitzplätze für einen heimeligen Plausch und ich konnte mich spitzbübisch darüber freuen, dass Christians SIEBEN ARTEN DUNKELHEIT mit meinem Cover nicht nur großflächig auf dem Verlagsareal präsentiert wurde, sondern mit DIE UNENDLICHE GESCHICHTE auch noch in phantasiastischer Gesellschaft war wie sie schmeichelhafter nicht sein könnte.

Eigentlich hatte ich auch geplant, zumindest mal bei Piper vorbei zu gucken, wo gerade der zweite Teil von David Falks KRIEGER DES NORDENS mit meinen Karten erschienen ist, und wollte auch versuchen, Christian Handel für ein kurzes „Hallo“ vor seiner Signierstunde bei Ueberreuter abzugreifen, musste nach den unfassbaren Menschenmassen bei Thienemann aber einfach raus aus der Halle und bin direkt weiter zum BuCon.

Im Vergleich zur Messe war es auf der sehr gut besuchten Convention trotzdem weit überschaubarer und familiärer, aber dafür natürlich pickepackevoll mit Freunden, Bekannten und Kollegen, von denen ich nur mal wieder einen Bruchteil treffen konnte.

An dieser Stelle also eine große Entschuldigung an die Ungetroffenen und nur aus dem Augenwinkel erspähten – ich hoffe, es klappt bei anderer Gelegenheit!

Zuhause und Ankerpunkt waren mir natürlich Guido Latz und sein Atlantis Verlag, wo ich nicht nur die meiste Zeit verbrachte und standesgemäß dem Tentakelkaiser Dirk van den Boom meine Aufwartung machen konnte, sondern auch Caroline Hofstätter traf, die gerade mit ihrem faszinierendem Debütroman DAS EWIGKEITSPROJEKT für Aufsehen sorgt. Später kam auch noch Ben Calvin Hary dazu, dessen Roman KOSHKIN UND DIE KOMMUNISTEN AUS DEM KOSMOS ich nur jedem wärmstens empfehlen kann :).

Bei Jürgen Eglseer holte ich mir mein Belegexemplar von Tobias Bachmanns spannendem Thriller EISKALT ab.

Tina und Torsten vom Verlag Torsten Low zu treffen, ist mir auf jeder Veranstaltung – und so auch hier – ein warmherziger Höhepunkt. Obendrauf gab es dieses Mal die Belege zu den letzten drei HERBSTLANDE-Publikationen, deren Umschlaggestaltungen ich besorge.

Für mich völlig überraschend stolperte ich über Markus K. Korb, mit dem ich mich zu einem Kaffee ausklinken und u.a. in der Erinnerung schwelgen konnte, wie wir uns das erste Mal 2007 auf dem BuCon zur Veröffentlichung von DAS ARKHAM-SANATORIUM trafen (für das mittlerweile horrende Sammlerpreise bezahlt werden) und Tobias Bachmann und Markus in Zwangsjacken und angekettet irrsinnig schreiend zu ihrer Lesung gepeitscht wurden :D.

Holger M. Pohl und Torsten Scheib habe ich praktisch nur im schnellen Vorübergehen grüßen, mit René Moreau nur ein paar Sätze wechseln können (siehe EXODUS #33 ;)).
Auch mit Robert Corvus ist es leider nur bei ein paar wenigen Minuten geblieben, aber dafür habe ich wenigstens schon fix seine Lesung am 25.11. im Berliner Otherland auf dem Plan.

Sehr glücklich hat mich gemacht, dass ich, eigentlich schon halb zur Tür raus, noch zur obligatorischen Knuddelei auf Tom Daut und Heike Schrapper traf, bevor ich ins Nebengebäude zu Kai Meyers Lesung aus DAS FLEISCH DER VIELEN (als Comic adaptiert von Jurek Malottke) und damit meinem Abschluss für den Messe-Con-Marathon weiterzog.
Seit seinen ersten Romanen und damit nunmehr fast 25 Jahren zähle ich Kai Meyer unangefochten zu meinen Lieblingsautoren und kreativen Menschen. Wann immer sich mir die Gelegenheit bietet, besuche ich seine Lesungen und konnte hier als für mich perfekt gelegten Tagesabschluss natürlich nicht widerstehen, beseelt zu lauschen und mir mein Exemplar von DAS FLEISCH DER VIELEN signieren zu lassen.

Auf diesen überraschend schönen Kraftakt folgten für mich nach den vorangegangenen bei meinen Eltern zwei weitere Tage in der alten Rhöner Heimat und ein wunderbares Wiedersehen mit einer Freundin aus Holzbildhauertagen, dem fast obligatorischem Besuch der Ebersburg und weiteren tollen Gesprächen und Momenten mit zwei lieben Freunden.

Wegen meiner Problematik habe ich viele zweischneidige Erinnerungen an meine Messen- und Conbesuche. Dieses Mal sind zahlreiche schöne hinzugekommen. Nächstes Jahr gerne mehr davon ;)!

PS: Kleine Anekdote am nachgeschobenen Rande: Beim Eingang zur Messe kam mir siedend heiß in den Sinn, dass ich zum ersten Mal als Fünfzehnjähriger dort gewesen bin.

Nämlich, als ich mit einem Freund zur THE GREAT COALITION gegangen bin, der einzigen MAYDAY (gilt nach wie vor als größtes Indoor-Rave Deutschlands), die es je in Frankfurt gab.
Um mir die Karte leisten zu können, habe ich damals sogar zwei Monate mit dem Rauchen aufgehört – welch alptraumhafte Vorstellung, wenn die uns am Eingang nach unseren Ausweisen gefragt und lachend wieder nachhause geschickt hätten …

Ach, Jugend war schon auch lustig ;).

Über Timo Kümmel

Ich bin freiberuflicher Illustrator und durfte bislang zahlreiche Veröffentlichungen im In- und Ausland verzeichnen. Mein Spektrum reicht von allen Spielarten der Phantastik bis hin zu Spannungsthemen und Kinder-/Jugendbüchern. Ich wurde bereits mehrfach für den Deutschen Phantastik Preis als bester Grafiker nominiert, ferner für den Vincent-Preis und den Kurd-Laßwitz-Preis, den ich 2011 und 2015 gewinnen konnte. Für Anfragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!
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2 Antworten zu Nachlese zur Frankfurter Buchmesse, dem BuCon und einem Rhöner Ausklang

  1. sabrinasiebert schreibt:

    Ich bin sicher wir haben uns gesehen, aber ich wusste einfach nicht wo ich dich hinstecken sollte. Dieses Jahr war ich nur auf dem BuCon ,aber es hat sich sehr gelohnt! Ich habe so viele Tolle Autoren getroffen, das stöbern bei den Verlagen sehr genossen und war fasziniert das man tatsächlich an die Bücher auf den Tischen heran kam 🙈☺️
    Ich hoffe das nächste Mal auf einer gemeinsamen Messe, treffen wir uns Mal auf einen Kaffee !
    LG Sabrina von Swapnix Bücherschatztruhe

    • Timo Kümmel schreibt:

      Toll, dass dir der BuCon so gut gefallen hat und du viele Autoren persönlich kennenlernen konntest :D.
      Und es würde mich freuen, wenn nächstes Jahr auch ein Kaffee mit mir drin wäre ;)!

      LG

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